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Den Bergen ein Stück näher

Alpin-Anfänger-Kletterkurs vom 10.08 - 18.08.03 im Oberreintal

Skyline
Skyline
Foto: Martin Rump

Ein Mensch meldet sich zu einem solchen Kurs an, gelegen im fantastischen Oberreintal, geht mit dem leichten Gepäck für eine Woche auf die Hütte, und steht am nächsten Tag ungläubig staunend auf der Spitze des unteren Schüsselkarturmes. Noch etwas ängstlich und verwundert über die gute Führung, die eigene Tat und großem Respekt gegenüber der Höhe schweift der Blick über die Berge und das freundlich grinsende Gesicht des Kursleiters, Klettern kann faszinieren.

Heiko
Heiko
Foto: Martin Rump

Roberts Anspruch entsprechend, für alle Situationen gewappnet zu sein, schleppte er die Kleinigkeit von 60 kg zur Hütte und zog mal die passende Schlinge, ein Stück Käse oder Schinken, ein aufbauendes Wort oder klare Ansagen aus dem Hut. Abends durfte es auch mal die Pfeife und das in der Hütte nicht erwünschte Handy sein. Das alles mit einer Freude und Geschwindigkeit, ja, da staunt der Fachmann und der Laie wundert sich.
Organisiert in zwei Dreierseilschaften, was einigen Abstand zueinander bedeutet, arbeiteten wir uns empor. Auf Zuruf flitzte Robert schnell den Berg hoch oder runter und war zur Stelle, wenn man ihn brauchte. So vergingen die Tage mit herrlichen Touren und die Abende mit Theorieunterricht oder weniger kletterbezogenen Themen. Wir gewöhnten uns an das Risiko und an das angenehme Gefühl, dass Robert die Sache im Griff hat. Erschöpft und froh am Abend wieder in der Hütte, verwöhnte uns Hans, der Hüttenwirt, mit warmen Menüs, kaltem Getränk und dem Gefühl willkommen zu sein. Hin und wieder half er beim Tabak aus, den manche ob ihrer guten Grundsätze, zu Hause gelassen hatten. Die Oberreintalhütte, eine wunderbare Unterkunft in bester Lage. Ich liege mit dem Bier in der Hand, die letzten Sonnenstrahlen auf der Haut, vor der Hütte, genieße den Blick auf die Berge und auf die Schönheiten unter der Freiluftdusche. Kann ein Abend schöner sein?

Robert
Robert
Foto: Martin Rump
Letzte Seillänge
Foto: Martin Rump

Am Donnerstag machten wir einen Ausflug zur Hütte Schachen, genossen Pflaumenkuchen und Kaffee und krönten den Tage mit einem erfrischenden Bad im nah gelegenen Bergsee. Der versprochene Bus mit den zwanzig holländischen Kletterinnen kam leider nicht an, beflügelte aber die Fantasie und zeigte neben dem Klettern noch andere Gesprächsthemen auf. Für Andrea, der einzigen Frau in unserer Gruppe, war dies bestimmt auch mal nervig, sie zeigte sich jedoch tolerant und schlagfertig, was unsere Zeit bereicherte. Sie ist erst ein halbes Jahr am Klettern, machte aber alles tapfer mit und überraschte mit überragender Kondition. Oliver führte sicher und ruhig die zweite Seilschaft und hinterließ zuweilen einen schwindelerregenden Eindruck, es haute einen fast aus der Wand, dem Seil und seinem Grinsen folgend, ging’s aber doch schnell weiter zum Gipfel. Stefan ließ nicht locker den gut präparierten Theorieunterricht mit Fragen zu bereichern und war ein Vorbild im Thema „Sichern“. Heiko, zum ersten Mal in den Alpen, genoss das Klettern und hielt sich noch etwas hinter seinen Kletterfähigkeiten zurück. Respekt und richtiges Einschätzen der eigenen und fremden Möglichkeiten brachte uns aber auch wieder gut nach unten. Mit seiner Luxuskamera, die manchmal eher auf dem Berg zu sein schien, als er selbst, sorgte er für die notwendigen Erinnerungsfotos

Bedanken möchte ich mich bei Robert, von morgens um 8 bis tief in die Nacht als hervorragender Lehrer und Gesprächspartner für uns da, unterbezahlt für solch einen Job aber mit um so mehr Freude im Herzen. Er brachte uns nicht nur die Berge ein ganzes Stück näher.

Martin Rump

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